Solarthermie-Kontroverse

Aus energiepolitischer Sicht kann das Kriterium der Herstellkosten nur eines von mehreren Parametern sein.

Andere Kriterien sind v.a. zeitliche bzw. räumliche Verfügbarkeit, Nachhaltigkeit, Speicherfähigkeit, Flexibilität, Systemdienlichkeit usw. Und außer bei den Kosten ist Solarthermie bei allen Punkten ganz vorne.

Nur weil ST weniger Gewinn/Rendite abwirft als andere Techniken und längere Amortisationszeiten hat, ist sie auch nicht per se unwirtschaftlich. Eine Amortisationszeit von 20 Jahren bei einer Nutzungsdauer von 25 Jahren ist immer noch wirtschaftlich.

Dazu kommen Förderungen von BAFA und bei großen Anlagen (> 40qm) bei der KfW bis zu 50%.

Damit sind dann auch deutlich kürzere Amortisationszeiten für Investoren möglich.

Wenn es nur nach Gewinn und Rendite geht, müssten wir auch bei Kohle und Atom bleiben.

Die Vorteile der Solarthermie sind:

  • Einfache, umweltfreundliche Technik der Kollektoren im Herstellprozess (keine Halbleiterchemie),
  • gute und billige Speicherfähigkeit der Wärme,
  • etwa 4-fach höherer Wirkungsgrad wie PV, ugk. geringerer Flächenverbrauch je kWh bei Flächenkonkurrenz (Dächer, insbes. im städtisch verdichteten Raum bei Mehrfamilienhäusern).

Natürlich ist die Energie von Wärme geringer als die von Strom. Solange es aber Wärmebedarf vor Ort gibt, der zu decken ist, und bisher fossil gedeckt wird, ist ST allemal eine sinnvolle Alternative.

Wer sehen will, was mit Solarthermie geht, muss sich nur die Sonnenhäuser von Rolf Disch und Prof. Leukefeld anschauen. Mit saisonaler Speicherung bekommt man dort eine fast 100% solare Deckung hin, was bei Effizienzhaus-PlusStandards mit PV nur bilanziell unter starker Belastung des Netze (Überschüsse im Sommer, Unterdeckung im Winter) geht.

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