GENDemo in Wallerdorf

Pressemitteilung vom 9.8.2007
auch am Sonntag, 9.8.2007 fanden sich wieder zahlreiche Gentechnikgegner vor der Kirche in Wallerdorf zu einer Kundgebung ein mit anschließendem, diesmal lautstarken Marsch mit Trillerpfeifen und Trommeln durch den Ort zum Bauernhof der Vandiekens. Vandieken ist der einzige Landwirt in ganz Niederbayern, der auf seinen Feldern gentechnisch veränderten Mais - MON810 - im Auftrag der amerikanischen Firma Monsanto anbaut, bzw. anbauen lässt.

Paul Saffenreuther, Greenpeace Passau, zeigte mögliche Alternativen im Umgang mit dem Schädling Maiszünsler auf und machte die Risiken der Gentechnik deutlich. Biobauer Hans Wimberger, Vorsitzender der Arbeitsgruppe Ökolandbau im Bayerischen Bauernverband und ehemaliges CSU-Mitglied, klagte über massive Eingriffe in die Schöpfung durch die Gentechnik und forderte, dass die urprüngliche Landschaft nicht zerstört werden soll. Helmut Steininger, Landesvorsitzender des BN Bayern, sprach ganz deutlich davon, dass sich die Hauptverantwortlichen, allen voran Minister Horst Seehofer, aber auch Bayerns Landwirtschaftsminister Miller, an das "C" in ihrem Parteinamen erinnern sollten, wenn sich sogar der Papst öffentlich gegen jegliche Genmanipulation ausgesprochen hat.

Sepp Brunnbauer machte anschliessend deutlich, warum das "Bayerische Landwirtschaftliche Wochenblatt" gar so wenig über Gentechnik berichtet. Monsanto, BASF und andere multinationale Industrieunternehmen im Bereich Gentechnik schalten und bezahlen nämlich jede Woche in diesem Blatt soviele Anzeigen wie der Biokreis an gesamten Jahresbudget zur Verfügung hat.

Nur zur Info: Eine ganze Seite Werbung 4-farbig kostet jede Woche in diesem Blatt 15.748,- Euro zuzügl. Märchensteuer
(Auflage 103.966 · Stand August 2007)

vor dem Hof Vandiekens

Vor dem Hof Vandiekens ließ man dann die gelben Luftballons steigen als Zeichen dafür, dass 150 m Sicherheitabstand um Gentechnikfelder nicht ausreicht! Die Pollensymbole verschwanden bei starkem Westwind sehr schnell über den Hausdächern der Nachbarn, welche sich wiederum, genauso wie Vandieken, nicht sehen liessen. Das ganze Dorf wirkte wie ausgestorben. Einzig und allein ein Streifenwagen mit Ordnungshütern von ursprünglich 3 Autos blieb hautnah an den Fersen der Demonstranten. Zum Abschluß der Kundgebung wies Sepp Brunnbauer vom Biokreis, der zusammen mit dem BN Hauptorganisator war, auf die nächste und voraussichtlich letzte Veranstaltung in Wallerdorf hin: am 30.September soll eine "Lange Tafel" aufgebaut werden, an der garantiert gentechnikfreie Lebensmittel verzehrt werden.

Teilgenommen an der Demo haben neben Helmut Fritsche, BioGärtner und Hauptinitiator, Greenpeace, Bund Naturschutz mit Kreisvorsitzendem Dieter Scherf, die ÖDP, Landfrauenvereinigung und Bioland auch Vertreter von Bündnis 90/Die Grünen Eike Hallitzky, MdL für Niederbayern und Josef Rosner, Vorsitzender des Ortsverbandes Osterhofen.

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