Erneuter Vorstoß in Sachen Tempo 30

Grünen-Stadt- und Kreisrat Josef Rosner fragte nach
Verkehrsberuhigte Zone an der Grundschule

von Sepp Schiller

Osterhofen. Jeden Tag verunglücken in Deutschland mehr als 60 Kinder im Straßenverkehr. Das Bundesverkehrsministerium will nun die rechtlichen Hürden für die Schaffung von Tempo-30-Zonen an Hauptverkehrsstraßen senken.

Osterhofen zieht mit: Für den neuen Zugangsbereich der Grundschule Altenmarkt an der Ahornstraße hat der städtische Bauausschuss bereits eine Tempo-30-Zone beschlossen, die für das gesamte Wohngebiet gilt. Geschäftsleiter Josef Feuerecker muss nur noch die entsprechende Anordnung erlassen und die Beschilderung bestellen.

Der Hausmeister der Grundschule, Hans Steinleitner, ist glücklich über die neue Tempo-30-Zone an der Ahornstraße, da sich hier die Zufahrt zum Parkplatz befindet und die meisten Kinder durch die Ahornstraße nach Hause in die südlich gelegene Siedlung gehen. Die Busse halten zur Mittagszeit an der Raffelsdorfer Straße. Steinleitner nimmt die Kinder hier in Empfang und wartet mit ihnen, bis er sie dem jeweiligen Bus zuteilen kann.

Zum Schulschluss laufen die Kinder auf den Parkplatz, wo die Mamas in den Autos warten. Die Zufahrt über die Ahornstraße (hinten) wird bald zur Tempo-30-Zone erklärt. 

Grundsätzlich hält er die Bushaltestelle für sicher: "Wenn alle auf dem Bürgersteig bleiben, kann nichts passieren!" Allerdings seien manche Eltern unvernünftig: Diese würden im Auto auf der Gegenüber liegenden Straßenseite anhalten und ihren Kinder mit der Hupe Signal geben. "Ich muss dann höllisch aufpassen, dass das Kind nicht zwischen den Bussen zu ihnen über die Straße läuft, ohne nach links und rechts zu schauen", berichtet Steinleitner, der schon öfters eingreifen musste.

Auf die offizielle Ankündigung von Verkehrsminister Dobrindt hin hatte Grünen-Stadt- und Kreisrat Josef Rosner eine E-mail an Landrat Christian Bernreiter und Bürgermeisterin Liane Sedlmeier verfasst – mit der Frage: "Vielleicht klappt es nun ja doch noch, die 30-er Zonen, die ich seit vielen Jahren immer wieder einfordere, umzusetzen?" Dringenden Handlungsbedarf dafür erkennt Rosner an der Grundschule in Gergweis, am Kindergarten in Galgweis, an der Bushaltestelle vor dem Kloster Damenstift sowie an der Arnstorfer Straße und an der Hauptstraße in Altenmarkt.

Dazu stellt Oliver Menacher, Pressesprecher am Landratsamt Deggendorf fest, dass die aufgeführten Gefahrenpunkte im Jahr 2010/11 bei Verkehrsschauen begutachtet wurden. Zum damaligen Zeitpunkt sei eine Geschwindigkeitsbegrenzung jedoch abgelehnt worden. Das Landratsamt Deggendorf werde aber zusammen mit den Fachstellen aufgrund der beabsichtigten Rechtsänderungen in den nächsten Jahren sämtliche Gefahrenbereiche an qualifizierten Straßen wie Staats- und Kreisstraßen vor Schulen und Altersheimen etc. auch im Zuge des Verkehrssicherheitsprogramms 2020 sukzessiv überprüfen, ob eine Tempo-30-Zone eingerichtet werden kann. Für die Umsetzung von Beschränkungen an Gemeindestraßen sei die örtliche Straßenverkehrsbehörde bei den Gemeinden bzw. der Stadt zuständig.

Josef Feuerecker verweist auf die bestehende 30-er Zone im Schul- und Sportzentrum rund um die Seewiesen. Hier seien auch Pflasterbrücken auf der Fahrbahn angebracht, die die Autofahrer mahnen sollen, das Tempo zu drosseln. Von Rosners Vorstoß ist ihm persönlich aber nichts bekannt, auch fielen drei der angesprochenen Straßenzüge nicht in den Zuständigkeitsbereich der Stadt: In Gergweis verläuft die Kreisstraße DEG 36, durch Altenmarkt führt die Staatsstraße 2115.

Wegen einer Lösung für die Gemeindeverbindungsstraße am Kindergarten in Galgweis werde sich die Stadtverwaltung, laut Josef Feuerecker, nun nochmals Gedanken machen und eventuelle Möglichkeiten ausloten. "Grundsätzlich wollen wir jede Möglichkeit nutzen, die Geschwindigkeit im Stadtgebiet zu reduzieren", betont der Geschäftsleiter. Allerdings müsse bei jeder Entscheidung genau abgewägt werden – zwischen der Verkehrssicherheit und dem Verkehrsfluss.

Quelle: PNP-OZ vom 25.2.2016

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